“Niemand kann einen anderen davon überzeugen, sich zu ändern. Jeder von uns hat eine Tür zur Veränderung, die nur von innen geöffnet werden kann.”
Virginia Satir
Was meint systemische Beratung?
Meiner beraterischen Tätigkeit liegt eine systemische Sichtweise zu Grunde. Systemische Beratung geht davon aus, dass Klient_innen eigenverantortlich handeln und betrachtet sie als „Expert_innen in eigener Sache“. Die systemische Haltung ist geprägt von Akzeptanz, Unvoreingenommenheit und Wertschätzung. Systemische Beratung richtet ihr Augenmerk auf Beziehungen und betrachtet den Menschen als eingebunden in soziale Systeme.

Systemische Beratung orientiert sich an den Anliegen und Wünschen der Klient_innen. Im Dialog werden Wege gesucht, wie Klient_innen Ressourcen aktivieren können, um möglichst eigenverantwortlich und selbstorganisiert zu individuellen Lösungen und Zielen zu gelangen.
Ein wichtiges Element systemischer Beratung ist die Arbeit im Mehrpersonensetting. Da Menschen in Beziehungen leben, beziehen systemische Berater_innen wenn möglich und gewünscht Bezugspersonen in den Beratungsprozess ein. So können verschiedene Perspektiven und Ressourcen eingebracht werden.
Die Wurzeln der systemischen Beratung und Therapie liegen in der Familientherapie und gehen bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück; systemische Beratung basiert auf konstruktivistischen, systemtheoretischen und sozialkonstruktionistischen Annahmen.
Meine Beratungstätigkeit

Als zertifizierte systemische Beraterin (DGSF) biete ich im Raum Oldenburg (Oldb.) Beratung für Einzelpersonen, Paare und Polyküle und Familien an. Ich unterstütze in kritischen Lebensumständen dabei, gangbare Lösungen zu finden. Ein Schwerpunkt meiner Beratungstätigkeit liegt auf der Beratung von Menschen, die sich als LSBTIQA* oder queer definieren.
Im Rahmen meiner angstellten Tätigkeit arbeite ich in der psychosozialen Beratung von trans* Personen in Bremen und der Weser-Ems-Region. Weitere Informationen zu meiner Arbeit in der Trans*Beratung finden sich hier. Darüber hinaus kann ich in Einzelfällen freiberufliche Beratungsaufträge als systemische Beraterin annehmen. Kontaktiern Sie mich gerne für Beratungsanfragen.
Grundlagen meiner Beratungstätigkeit
Lösungs- und Ressourcenorientierung
Ausgehend von der Annahme, dass jeder Mensch eigene Lösungen entwickeln kann, arbeite ich mit den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen des Ratsuchenden. Der lösungsorientierte Ansatz ist dabei ein wesentliches Element systemischer Beratung. Dabei lenke ich die Aufmerksamkeit nicht vorrangig auf die Probleme und deren Entstehung, sondern auf Ausnahmen und damit mögliche Lösungen. Auf diese Weise unterstützt die Beratung beim Aufspüren und Ausbau von Lösungen, die jeder Mensch in sich selbst trägt.
Diskriminierungskritisches Arbeiten
Die Beachtung der Bedingungen, die durch die jeweilige Lebensumwelt gegeben sind, ist ein wesentlicher Aspekt meiner Beratungstätigkeit. Dabei gehe ich davon aus, dass es keinen Raum gibt, der frei von gesellschaftlichen und situativen Machtverhältnissen ist. Wir sind alle darin anhand verschiedener Diskriminierungs- und Dominanzkategorien positioniert.

Mein Verständnis von Macht und Diskriminierung legt den Fokus nicht nur auf die individuelle Ebene und persönliche Einstellungen, sondern nimmt Strukturen und Diskurse in den Blick, durch die Macht- und Diskriminierungverhältnisse erst ihre umfassende Wirkung entfalten. Die Auseinandersetzung mit Heteronormativität und geschlechtsbezogener Diskriminierung nimmt in meiner Beratungstätigkeit eine zentrale Stellung ein, ist aber nicht isoliert zu betrachten. Ich denke intersektionale Perspektiven, daher den Blick auf die Überkreuzungen verschiedener Diskriminierungs- und Dominanzerfahrungen, so weit wie mir möglich, mit. Ich bin bestrebt, verantwortungsbewusst mit meinen Privilegien umzugehen und mich diskriminierungssensibel zu verhalten und übe mich fortlaufend darin.
Narrativer Ansatz
Der narrative Ansatz bietet einen eigenen Blickwinkel auf Beratung. Er hat sich aus älteren systemischen Beratungsansätzen entwickelt und wird meist der Systemik zugerechnet. Menschen orgnisieren das eigene Leben und Erinnern in Geschichten. Egal ob in Anekdoten, die wir erzählen, in Briefen oder nur im eigenen Kopf, immer wählen wir bestimmte Aspekte unseres Erlebens aus – und immer gibt es Aspekte, die nicht Teil unserer persönlichen Geschichten werden.

Im narrativen Ansatz geht es darum, neue Erzählungen über das eigene Leben zu entwickeln und so eine neue Haltung zu sich selbst zu finden, die umfassender als die ursprüngliche Erzählung ist. Im Kontext queerer Biographien kann es z.B. hilfreich sein, Coming-Out-Erfahrungen als Neuerzählung der eigenen Selbsterzählung zu begreifen.
Ein diskriminierungskritischer Blick ist für den narrativen Ansatz wesentlich; sind doch immer größere gesellschaftliche Erzählungen auch Teil unserer Selbsterzählungen. In seinen theoretischen Grundlagen basiert der narrative Ansatz auf sozialkonstruktionistischen und poststrukturalisitschen Ideen und ist eng mit queertheoretischen und intersektionalen Perspektiven verbunden. (Mehr über den narrativen Ansatz findet sich auf der Webseite des Dulwich Centre.)
