trans*

“The most radical thing that any of us can do is to stop projecting our beliefs about gender onto other people’s behaviors and bodies”

Julia Serano

trans* in a nutshell

In der Regel werden Kinder kurz nach der der Geburt, heute oft schon vorher, an Hand körperlicher Merkmale einem Geschlecht zugeordnet. Das ist immer eine Interpretation auf Grund von Vorstellungen über das ’normale‘ Aussehen von Körpern – oder akademischer ausgedrückt: Körper werden sozial codiert.

Manche Menschen erleben sich später dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde, gar nicht zugehörig. Oder nicht ausschließlich. Oder nicht immer. Ich z.B. wurde bei der Geburt in die Schublade ‚männlich‘ einsortiert und die Gesellschaft einschließlich meines persönlichen Umfeldes und der Familie hat erwartet, dass ich mich damit identifiziere und ein ‚Junge‘ bin. Mich selbst so weit zu verstehen, dass ich mir bewusst war und ausdrücken konnte, dass das für mich nicht passt, hat ganz schön lange gedauert. Aber das kann total unterschiedlich sein. Menschen sind halt verschieden.

Broschüre zu Transgender: Trans* ganz einfach.
Diese Broschüre des Bundesverband Trans* vermittelt Basisinfos zum Thema.

Menschen, die sich nur teilweise, nicht oder nicht immer ihrem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht zugehörig erleben, bezeichne ich auf meiner Webseite als trans*geschlechtlich, oder kurz trans*.

Es gibt aber eine ganze Reihe anderer ähnlicher Begriffe, die sich in Herkunft und Kontext unterscheiden, z.B. transsexuell, transgender, transident,…

In meiner Beratungspraxis orientiere ich mich da an den Selbstbezeichnungen und Wirklichkeitskonstruktionen meiner Klient_innen, auch wenn das nicht immer mit meinen Sichtweisen übereinstimmt.

Meine eigene Perspektive auf trans* basiert auf sozialkonstruktionistischen und queer-theoretischen Sichtweisen. Für viele trans* (transgender, transsexuelle) Personen ist es aber wichtig, ihre Selbstwahrnehmung in einer objektiven Realität fundiert zu sehen und sich als ‚born this way‘ zu beschreiben.

Auf jeden Fall betrachte ich Trans*Geschlechtlichkeit nicht als Krankheit oder Störung, sondern als eine gleichwertige und liebenswerte Variation von Geschlecht. Jede_r sollte das Recht hat, ihre_seine Geschlechtszugehörigkeit selbst zu benennen. Weder Gerichte noch Medizin oder Psychologie können ein Geschlecht für andere definieren. Darum ist es mir wichtig, Menschen in ihren Körperlichkeiten und Selbstbezeichnungen zu akzeptieren.

Während trans* eine Frage der Selbstwahrnehmung ist, umschreibt inter* oder Intergeschlechtlichkeit die gelebte Erfahrung, mit einem Körper geboren zu sein, der den normativen Vorstellungen von Mann und Frau nicht entspricht. Das kann z.B. Chromosomen, Hormone, Genitalien und/oder sog. sekundäre Geschlechtsmerkmale (z.B. Gesichtsbehaarung) betreffen.

Zum Thema trans* | transgender biete ich Fortbildungen für Fachkräfte und Multiplikator_innen als Inhouse-Schulungen an, bei Bedarf zusammen mit Doro* Giesche – von Rüden auch Fortbildungen zu trans* und inter*. In meiner beraterischen Tätigkeit bin ich u.a. als Trans*Beraterin tätig. Trans* Communitys unterstütze ich durch Community Buildung und Empowerment-Workshops.